Niederlausitz und Spreewald mit dem Rad vom 29. Juli bis 01. August 2019

Mit gepackten Rädern und einer Tasse Kaffee im Bauch geht es los. Nach ein paar Kilometern die erste Rast für Käsebrötchen und einen weiteren Kaffee. Der nächste Halt ist erst beim Besucherbergwerk F60 vorgesehen. Hier lassen wir uns mehr Zeit, schauen uns neugierig um und belassen es aber beim Betrachten von außen. Eine Führung auf das Stahlgerüst wird zwar angeboten, aber das ist nix für unsere Höhenangst…. Die Grafik zum Vergleich des Stahlmonsters mit dem liegenden Eifelturm hat uns die Entscheidung zum „lieber auf dem Boden bleiben“ leicht gemacht….





Mitten in Finsterwalde finden wir das Hotel Sängerstadt. Das ist etwas besonderes. Mit viel Liebe zum Detail und komplett auf das Motto der Stadt getrimmt…. Die Wegweiser für Radfahrer zeigen woher wir kommen, Lauchhammer, und wohin wir morgen wollen, nämlich nach Lübbenau.





Beim Frühstück am nächsten Tag bekommen wir zwei Tipps für Sehenswürdigkeiten in der Umgebung. In Fürstlich Drehna wird uns das Wasserschloß empfohlen. Dazu wäre auch das Technikmuseum in Calau sehenswert. Dort sind alle Fahrzeuge ausgestellt die in der ehemaligen DDR benutzt worden sind. Mal schauen was uns der Tag so bringt. Fürstlich Drehna ist wirklich sehenswert. Die Brauerei interessiert uns nicht wirklich, aber das Wasserschloß umso mehr….



Danach werden wir durch die Umstände ziemlich in die Irre geführt. Der eigentliche Kurs muss geändert werden, da einige Radwege wegen Abrutschgefahr der Seeböschungen geschlossen sind. Die Irrwege führen uns über Stock und Stein. Sandige Feldwege zwingen uns dazu die Räder zu schieben. Es ist wirklich beschwerlich und sobald wir endlich wieder auf Asphalt kommen lassen wir uns vom NAVI zum nächsten Zeltplatz lotsen. Leider alles belegt, dann eben durchstarten nach Lübbenau, kein Bock auf Trabis in Calau…. Der erste Versuch in einer Pension wird mit den Worten „Es ist Hauptsaison, junger Mann!“ negativ beschieden. Im Hotel Spreezeit werden wir dann fündig. Nach einem Spaziergang durch Lübbenau gönnen wir uns ein schmackhaftes Abendessen im Restaurant des Hotels.




Das Frühstück steht dem guten Abendessen in nichts nach. Wir holen die Räder aus der Garage und probieren es mal wieder mit dem Komoot Routenplaner. Nach ein paar Fehlversuchen finden wir einen Kompromiss zwischen Google maps und Komoot. Endlich auf Kurs und auf dem Radweg machen wir einige Kilometer. Wieder ein Umweg bringt uns dann doch noch nach Calau. Das angepriesene Technikmuseum ist allerdings geschlossen und macht von außen einen verlassenen, heruntergekommenen Eindruck. Dann eben nicht. In der Innenstadt finden wir den Bäcker Bubner. Der Snack mit den Quarkkissen wird durch einen ausgiebigen Regenguss verlängert, vor dem wir ins Innere der Bäckerei flüchten. Die Weiterfahrt wird ungemütlich, führt durch kleinere Ortschaften bis nach Welzow. In der Pension Gudrun kommen wir unter und entdecken beim Abendspaziergang eine Art Zeitstrahl mit Meilensteinen der Bergbaugeschichte. Wir sind aus Richtung der Förderbrücke F60 gekommen und die nächste Etappe solluns zur schwarzen Pumpe führen.





Nach dem Frühstück fahren wir zum riesigen Schaufelrad und versuchen ein Selfie als Größenvergleich. Danach starten wir die letzte Etappe in Richtung der Seen, vorbei an der schwarzen Pumpe und Hoyerswerda.
Soweit die Theorie….
In der Praxis haben uns die gesperrten Radwege und „Vorsicht Lebensgefahr“ Schilder komplett den Spaß genommen und wir sind vom Sedlitzer See direkt zurück nach Senftenberg geradelt.




Dafür kommen wir auf diesem Weg zum „rostigen Nagel“. Das Bild lässt erahnen warum man das Ungetüm so nennt. Wir parken unsere Renner davor und ich traue mich sogar den Metallturm zu besteigen. Die Aufnahme dient zur Dokumentation meiner mutigen Unternehmung. Zum Ende der Tagestour sind wir dann doch noch positiv gestimmt. Ach ja unten ist die geplante Route abgebildet. Daneben was nach all den Sperrungen daraus geworden ist.




Am Ende der Rundreise sind wir stolz die Tage so gut gemeistert zu haben, aber auch ein wenig enttäuscht weil wir unseren Plan nicht ganz umsetzen konnten. Vielleicht wiederholen wir die Rundreise sobald die Ursachen der Sperrungen behoben sind….
Solo – Touren am Bodensee vom 29. Juli bis 07. August 2022
Wir haben uns für zehn Tage am Bodensee eingebucht. Elli fährt Sonntag mit dem Zug nach Hause und kommt am Freitag wieder. Ich nutze die Zeit dazwischen zum Radeln.
Die Rezeption hat jede Menge Info-Material für Radfahrer und ich plane anhand der „Radrunde Allgäu“. Dieses Infoblatt enthält insgesamt 17 Radtouren. Ich kombiniere einige davon und arbeite meine eigene „Allgäurunde“ aus.
Montag, 01. August: Den Spickzettel befestige ich gut sichtbar am Lenker. Noch ein kurzer Halt zur Orientierung und weiter geht es nach Wangen.




Verschnaufen bei einem Gang über den Marktplatz. Auf dem Spickzettel wie auch auf der Hinweistafel steht das nächste Ziel…. Isny! Vorher noch eine lange Anhöhe mit bis zu 15 Prozent Steigung erklimmen und dann durch das Wassertor in die Stadt. In der Innenstadt von Isny wird gebaut und ich verzweifele an den vielen Umleitungsschildern und meinem verwirrten Handy-Navi.



Irgendwie bekomme ich dann doch die richtige Strecke unter die Räder und Komoot führt mich auf unbekannten Wegen bis nach Grünenbach. Das beruhigt mich ungemein, denn diese Ortschaft steht auch auf dem Spickzettel. Von da ist es dann auch nicht mehr weit zum „GITZ“ wie man unseren Campingplatz Gitzenweiler Hof auch nennt. Am Ende sind es dann doch 104 Kilometer geworden.
Dienstag, 02. August: Heute lass ich es ruhiger angehen. Die 100 Kilometer von gestern wirken ziemlich nach. Die Strecke am Bodensee entlang bis nach Uhldingen hab ich mir vorgenommen. Dort möchte ich die Pfahlbauten und das Traktorenmuseum anschauen. Bis Friedrichshafen sind es knapp 30 Kilometer und es ist Zeit für einen Mittags-Snack im Hafen. Meine Route nach Uhldingen habe ich nicht geplant sondern bin auf dem Bodenseeradweg unterwegs. Auf den Hinweistafeln wird nur Meersburg mit der Entfernung von 17 Kilometer. Das Navi informiert mich nun, dass von Meersburg nach Uhldingen nochmal knapp acht Kilometer auf mich zu kommen. Planänderung! Ich schau mich hier am Hafen um, klettere auf den Aussichtstrum zum fotohgrafieren und fahr dann wieder zurück.



Wer mich kennt kan sich schion denken, dass ich nicht die gleiche Strecke zurückfahren werde. Also radele ich vom Hafen nach Tettnang und durch die Felder zurück.


Aus der „Radrunde“ ist dann doch eine „Acht“ geworden. Die knapp 70 Kilometer haben mich ordentlich geschafft und mein Körper schreit nach einem Ruhetag….
Donnerstag, 04. August: Zwischendrin einen Ruhetag einlegen ist aus meiner Sicht empfehlenswert. Frisch gestärkt und mit erholten Muskeln nehme mir heute die Rheinaue als nächstes Ziel vor. Unglaublich! Es ist Hochsaison und diese tollen Wege und Aussichtspunkte sind komplett menschenleer. Da ist draußen auf dem See und hier auf den Sandbänken um einiges mehr los.




Auf dem Rückweg schaue ich mir Bregenz genauer an. Die Freilichtribüne lässt einen Blick auf das etwas andere Bühnenbild zu. Laut Beschreibung wird hier ein auf dem Bodensee treibendes zerknülltes Stück Papier dargestellt. Sieht nicht so spektakulär aus wie in den letzten Jahren, aber man könnte wirklich glauben dass es schwimmt. Großartige Arbeit.





An der Promenade von Bregenz findet die Aktion „Stadt lesen“. Auf die Stadt verteilt findet man Bücherregale und Sitzgelegenheiten. Mir ist nicht nach lesen. Dazu setz ich mich nachher vors Schneckenhaus. In Bregenz habe ich wohl aus Versehen die Streckenaufzeichnung meiner Smartwatch angehalten und den Fehler erst in Lindau wieder rückgängig gemacht. Daher kommt wohl die direkte Strecke über den Bodensee. Komoot berechnet für die Strecke mit Abkürzung über den See knappe 58 Kilometer.
Solo – Radtour – Odenwald und zurück vom 05. bis 12. September 2022
Die große Tour ist gut vorbereitet. Der rote Renner ist mit Gepäckträger und Packtaschen ausstaffiert. Sogar an einige Gewöhnungsfahrten mit verschiedenen Gewichten habe ich gedacht. Die letzte Ausbaustufe ist am Tag vor der Abfahrt bildlich festgehalten… Das Rad wiegt komplett knappe 30 Kilogramm.

Montag, 05. September: Die erste Etappe läuft wie geplant. Am Neckar entlang vorbei an den Weingärten von Marbach und Benningen bis zur HN-Pension in Heilbronn. Dort läuft alles automatisch, niemand da der mich daran gehindert hätte das voll beladene Rad ins Zimmer zu schieben.




Dienstag, 06. September: Ein Nachteil der vollautomatisierten Unterkunft zeigt sich zum Frühstück. Das wird nämlich nur am Automaten angeboten und der Kaffee hat echt Luft nach oben. Da werde ich wohl unterwegs ein zweites Frühstück einlegen müssen…. Das klappt nicht wirklich. Entlang des Neckartal-Radweges ist kein Bäcker zu finden. Den Kaffee gibt es dann erst am Zielort in Eberbach auf der Terrasse des Bäckers. Von hier kann ich mir nochmal die letzten Meter der Etappe anschauen. Als Unterkunft finde ich das Hotel zum Karpfen und unterwegs eine echt tolle Verkleidung für einen Verteilerkasten…. Das Rad kann ich in der Garage abstellen und die Packtaschen nehm ich mit aufs Zimmer. Die muss ich eh umpacken denn beim Radeln ist mir immer wieder eine Art Unwucht aufgefallen. Das Gewicht muss gleichmäßiger verteilt werden.




Mittwoch, 07. September: Heute gibt es ein richtig gutes Frühstück und das ist auch wirklich nötig wegen der Kräfte zehrenden Anstiege die mich bis nach Höchst erwarten. Bis Hirschhorn geht es noch einigermaßen eben voran. Bis Kortelshütte steigt die Straße steil an. Im Ort schiebe ich zunächst bis zur Hohestr. und dann weiter in die Höhere Straße…. Echt krass und ich brauche einige Pausen bis ich endlich oben bin. Von oben geht es durch den Wald bis zum Mümlingtal – Radweg auf eine angenehmere Strecke. Vorbei am Himbächel Viadukt nach Erbach und zum heutigen Zielort Höchst im Odenwald. Die Streckenauswahl kommt tatsächlich nicht von ungefähr, denn ich nutze die Radtour auch für einen Familienbesuch bei meiner herzallerliebsten Tante….




Donnerstag, 08. September: In Höchst beginnt dann auch die Rückfahrt. Natürlich nicht auf den gleichen Wegen, das ist ja langweilig. Die nächste Etappe beginnt im Regen von Höchst hoch zur Burg Breuberg. Dieser Anstieg schafft mich für den Rest des Tages. Die Strapazen sind wohl deutlich im Selfie erkennbar…. Die Abfahrt führt ins Mümlingtal, noch ein Blick zurück zur Burg und weiter zum Main….




Der Anstieg zur Burg wirkt nach. Die Pause in Obernburg am Main mit Kaffee und Nussecke reicht heute nicht aus. Es folgen noch weitere um die schweren Beine zu entlasten. Heute läuft es wirklich zäh und ich bin froh am Nachmittag das Etappenziel erreicht zu haben. Das Loch im Bauch verlangt einen kleinen Entspannungs-Spaziergang und viele Kalorien zum Nachmittagskaffee.




Die traurigste Nachricht des Tages, des Monats bekomme ich anhand der TV-Nachrichten im Zimmer mit:
Queen Elisabeth die II von England ist im Alter von 96 Jahren verstorben !
Freitag, 09. September: Gutes Frühstück danach das Zimmer zahlen, die Packtaschen aufs Rad klemmen und Komoot starten. Weiter am Main entlang liefere ich mir eine Art Rennen mit einem Kreuzfahrtschiff. Der Ehrgeiz hat mich gepackt als ich es weit vor mir an einer Flussbiegung entdeckte. Ich wollte es unbedingt von vorne fotografieren.




Heute bin ich wirklich besser drauf. Liegt wohl am guten, reichhaltigen Frühstück und natürlich an der Sonne die sich heute alle Mühe gibt.




Das ändert sich allerdings kurz vor Wertheim. Es regnet und jetzt bin ich froh die gelbe Fahrradjacke angezogen zu haben. Entlang der Tauber wechselt das Wetter noch ein paar Mal aber in Tauberbischofsheim ist alles in Ordnung.




Die Pension Stein hat noch ein Zimmer frei und bietet mir sogar die Gelegenheit die Radklamotten zu waschen. Die nette Angestellte kümmert sich darum und lässt den Waschraum offen damit ich nachher die Wäsche zum trocknen im Zimmer verteilen kann. Das mach ich nach der Dusche vor dem kleinen Rundgang durch die Stadt zum einkaufen und Eis essen…. Fürs Abendessen habe ich mir Sushi besorgt. Das Streckenprofil für die beiden nächsten Touren wird mit „schwer“ gekennzeichnet. Da muss ich mich gut vorbereiten und früh schlafen gehen. Die müden Muskeln und das Sitzfleisch brauchen Entspannung….





Samstag, 10. September: Die Nacht war gut und das Experiment mit der Zimmertrocknung hat auch funktioniert. Beim Frühstück bereite ich mir noch einen Snack für unterwegs. Den werde ich wohl bei der schweren Tour benötigen. Für den ersten Teil der Etappe ist der „Odenwald-Madonnen-Radweg“ bis Walldürn vorgesehen. Die Anstiege verlaufen in Wellen und ich muss bis zur Mittagspause in Walldürn zweimal schieben. Nach dem Snack frisch gestärkt wechsele ich auf den „Deutschen Limes-Radweg“ bis Osterburken. Dort angekommen suche ich in der Innenstadt eine Unterkunft. Leichter gedacht als gemacht. Nach einigen Fehlversuchen muss ich dann doch nochmal den Berg zum Hotel Märchenwald hochschieben. Bei all den Anstrengungen habe ich sogar das Fotografieren vergessen…. Aber die Unterkunft lässt die Strapazen der Fahrt echt vergessen. Tolles Zimmer mit Balkon und Regenschauerdusche. Ein schmackhaftes Abendessen krönt den Tag.
Sonntag, 11. September: Gutes Frühstück gibt gute Laune und Energie für die anstehende Etappe. Die hält leider nicht lange an. Komoot nimmt keine Unterscheidungen zwischen schwer und schwer vor. Ich würde die ersten Meter der Tour schon mal als „Sauschwer“ bezeichnen. Der Fußmarsch beginnt kurz nach dem Hotel bis zum Limespark Osterburken. Aber: Tolle Aussicht von hier oben.




Bei Leiberstadt ist ein Schwarm Oldtimer Traktoren unterwegs, zunächst nur von hinten begegnen sie mir beim nächsten Anstieg und ich nutze die Gelegenheit zur Schiebe-Pause um ein paar Aufnahmen zu machen. Aus „Sauschwer“ ist dann auch noch „Sausteil“ geworden.




Nach Jagsthausen geht es endlich mal wieder bergab. Kurze Pause am Ortseingang aus Dokumentationszwecken und am Ortsausgang. Hier musste ich unbedingt die drei Torwachen fotografieren.





Dann genug der Erholung es folgt die Krönung des Tages von der Jagst weg kommt ein Anstieg „zum K…..“ Das ist für mich die höchste Stufe innerhalb der Kategorie „schwer“. Die Belohnung folgt in Grab / Morbach. Dort platze ich mitten in ein Treffen des Oldtimer Clubs Grosserlach und welch Zufall da stehen sogar einige der Traktoren denen ich unterwegs begegnet bin. An den Autos erkenne ich auch ein wenig mein Alter. Die abgebildeten Renner habe ich noch als Neufahrzeuge im Schaufenster der Händler bestaunt.





Ich nutze die Gelegenheit und fülle meinen Flüssigkeitsspeicher auf. Die krassen Steigungen sind jetzt endlich geschafft und knapp eine Stunde später kann ich mein Zimmer im Sulzbacher Hof beziehen.
Das Hotel bietet ein gutes Abendessen aber leider für morgen kein Frühstück….
Montag, 11. September: Das mit dem Frühstück ist ein Minuspunkt. Kein Kaffee und nichts im Magen ist ein schlechter Start in die Tour. Bis zum ersten Bäcker werden meine Trinkflaschen und der Powerriegel wohl ausreichen müssen. Kleiner Irrtum meinerseits es gibt doch noch einen krassen Anstieg. Einmal schieben hoch nach Erbstetten ist angesagt. Die Strecke nach Backnang ist dagegen ein Kinderspiel. Steinheim und Marbach sind die nächsten Stationen. Von Marbach geht es über die Neckarbrücke hinüber auf den Neckartalradweg und über Remseck nach Hause.




Die Strecken sind alle in Komoot aufgezeichnet und gespeichert worden. Die Daten der einzelnen Etappen werden hier als Gesamtergebnis zusammengefasst.
Bei Benningen hier leider durch die Zahl 2 verdeckt schließt sich der Kreis.
Ich liebe es wenn ein Plan aufgeht….
Das Bild unten zeigt die nüchternen Zahlen die dem Kreis zu Grunde liegen.

Solo – Touren rund um Bad Dürkheim 2023
Montag, 03.04.2023: Der Tag beginnt frostig. Ich habe noch Brötchen und Brot von Sonntag übrig und lasse es mir bei einem ausgedehnten Frühstück gut gehen. Ich warte bis Mittag damit es warm genug ist für die erste Runde. In Komoot sind Touren gespeichert, die über 50 und 70 Kilometer geplant sind. Das erscheint mir heute, bei der Kälte, als übertrieben. Ich fahre in Richtung des Turmes den man vom Stellplatz auf dem Hügel sehen kann. Es geht ziemlich bergauf und der Schweiß fließt. Kurze Pause am Turm, der leider abgesperrt ist sonst hätte ich bestimmt ein paar gute Übersichten fotografieren können. Na ja vielleicht beim nächsten Mal.


Am Ende war das eine Strecke von lächerlichen aber ziemlich strapaziösen 20 Kilometern. Habe ich bergauf noch geschwitzt fange ich bergab schnell an zu frieren. Das ist richtig unangenehm und ich fahre ohne weitere Umwege zurück. Eine heiße Dusche und ein gut geheiztes Schneckenhaus tauen mich ganz langsam auf. Für heute sind keine weiteren Aktivitäten geplant, besser ausgedrückt nicht mehr möglich.
Dienstag, 04.04.2023: Der Morgen ist wieder kalt. Der Blick vom warmen Bett nach draußen zeigt den frostigen Rand am Heckfenster. Es folgt wieder ein ausgedehntes Frühstück und warten auf die wärmende Sonne. Es wird tatsächlich heller, keine Regenwolken am Himmel. Heute will ich etwas weiter und nicht so in die Höhe fahren. Der Radweg nach Speyer ist gut ausgeschildert und die Höhenmeter halten sich tatsächlich in Grenzen. Unterwegs halte ich mich nicht viel mit fotografieren auf. Ein Feld begeistert wegen der äußerst akkuraten Bodenkultivierung. Das Ortsschild, den Dom und die Josephskirche als Standortdokumentation.





Noch ein Apfel ein paar Schluck Wasser zur Stärkung und es geht zurück. Auf dem Rückweg wird es schon wieder kühler und der Wind kommt mir entgegen. Etwas unangenehm aber gestern war es schlimmer. Ich erreiche den Campingplatz buchstäblich mit den letzten Körnern. Ziemlich kraftlos und auch wieder verfroren verschnaufe ich zunächst vor Pompui, heize wieder gut ein und gehe dann unter die heiße Dusche. Für das Abendessen wähle ich Kohlenhydrate, nämlich Pasta. Ich bereite gleich die doppelte Portion damit ich auch morgen noch was zum Aufwärmen habe. Ehrlich gesagt hatte ich einen riesigen Hunger und ich war bereit für Vier zu essen…. Keine Angst, habe nach der Hälfte aufgehört. Nach knapp 75 Kilometern hatte ich mir die Nudeln mehr als verdient.
Mittwoch, 05.04.2023: Nach dem gestrigen Tag bin ich heute nicht so richtig für eine Tour motiviert. Erstmal Frühstück und dann „Schaun mer mal“. Die Muskeln zwicken ein wenig, aber gegen Mittag kommt die Sonne raus und meine Laune bessert sich. Da Eli morgen kommt verschiebe ich die Pause und fahre jetzt noch eine Runde. Ein Ziel habe ich auch schon im Auge. Bei den letzten Aktivitäten ist mir immer wieder eine Burg, die über den Weinbergen thront, aufgefallen. Sieht aus der Ferne nicht sehr schwer aus, aber es wird dann doch wieder steil und zur Krönung mündet meine Strecke in einen Fußgängerweg mit Treppen. Oben angekommen sehe ich parkende Fahrzeuge vor dem Gemäuer. Es gibt also auch eine befahrbare Strecke hier rauf. Die nutze ich auf dem Rückweg. Die Ausblicke von hier oben kann ich leider nicht dokumentieren. Mein Handy hat irgendwie den Geist aufgegeben. Das Display bleibt dunkel egal was ich versuche. Einen Neustart kann ich nicht machen da die Liste mit dem passenden PIN zu Hause liegt…. Das vorhandene muss eben genügen.





Der befahrbare Rückweg führt durch den Wald und hat so seine Unwegsamkeit, mit Pompui würd ich hier nicht hochfahren wollen. Außerdem bin ich wirklich froh, dass ich mir neue Beläge für die Hinterradbremse geleistet und eingebaut habe. Wieder zurück am Stellplatz ist es eine Strecke von knapp 24 Kilometer geworden. Nicht schlecht für einen müden Krieger…. Nach der Dusche gibt es dann nochmal Pasta.
Göta Kanal im Juni 2023
Freitag, 16. Juni: Es wird ernst. Die erste Rad-Etappe am Kanal steht bevor. Bei der Planung zuhause hat Google Maps etwa 35 Kilometer einfache Strecke berechnet. Der Streckenplan vom Infoflyer dokumentiert unser Vorhaben recht deutlich. Für den Notfall und einer eventuell notwendigen Navigation sind wir mit Handy und Powerbank ausgestattet. Ist aber nicht notwendig, denn der Radweg Nummer 7 ist sehr gut ausgeschildert.



An der Godhögens Schleuse legen wir fasziniert eine Pause ein. Mit den aktuellen „Schleusenwärtern“ beobachten wir ein besonderes Schauspiel, denn der Ausflugsdampfer „Wilhelm Tham“ erklimmt die drei Stufen in Richtung Jonsboda. Sehr interessant und tief beeindruckend wie das vor 200 Jahren geplant und umgesetzt worden ist.




Am Ziel der Etappe, Tåtorp, ist Halbzeit und hier ist die Mittagspause eingeplant. Mittagspause? Denkste! Außer der Schleuse, der Brücke und einer kleinen Slipanlage für Bootsanhänger gibt es hier nichts. Für den Rückweg muss zunächst der mitgenommene Proviant genügen. Dann doch Pause in Jonsboda. Mit Kaffee und Kokosbollen ist der Kalorienverlust schnell ausbalanciert. Zusätzlich füllen wir die Wasserflaschen auf für den restlichen staubigen Weg. Neben der Brücke ist ein Campingplatz entstanden und das Café ist jetzt die zentrale Anlaufstelle für Camper und Radler. Beim nächsten Besuch des Göta Kanal werden wir auf jeden Fall hier Station machen.




Zurück am Hafen von Sjörtop, dem Ausgangspunkt der Tour, haben wir über 90 Kilometer hinter uns gebracht. Die Kraft reicht noch aus für ein paar Aufnahmen vom Hafengelände und später vom Sonnenuntergang am Campingplatz. Das Streckenprofil nehmen wir mit auf weil die Höhenunterschiede und Schleusenstufen gut dargestellt sind.




Samstag, 17. Juni: Der Göta Kanal ist ab Tåtorp mit der Einmündung in den Viken See unterbrochen und wird erst ab Motala für Radtouren wieder interessant. Die Umfahrung der beiden Seen Viken und Vänern ist einfach zu zeitaufwändig. Daher haben wir als nächste Basisstation den Strandbadet Camping in Borensberg auserkoren.
Die Straße nach Motala ist teilweise für eine Veranstaltung abgeteilt worden. Wir überholen viele Radfahrer, die als Gruppe oder auch solo unterwegs sind. Elli erfährt über Google, dass es sich hierbei um das größte Radfahr-Trainingsrennen der Welt, dem so genannten Vätternrundan, geht. Die verlinkte Internetseite enthält einige Infos zur Veranstaltung im nächsten Jahr und wenn man schnell genug ist kann man sich auch von Deutschland aus anmelden. Es gibt große Unterschiede in der Ausstattung. Vom handelsüblichen City-Fahrrad bis zur Hightech Rennmaschine ist alles vertreten. Respekt vor jedem der sich in Motala am Start anstellt.







Wir nutzen die Zeit und erkunden die kleine Stadt sowie die Einstiege in beide Richtungen auf den Göta Kanal Radweg. Dabei bekommen wir auch wieder einen Einblick in die Arbeit des Schleusenwärters. Wer als Skipper auf dem Kanal unterwegs ist darf es auf jeden Fall nicht eilig haben. Nach unserem Spaziergang sind auch die Camper-Nachbarn aus Norwegen zurück an ihrem Wohnwagen und verstauen gerade ihre Rennräder. Die beiden haben tatsächlich die Strecke von 315 Kilometer hinter sich gebracht. Bei etwas mehr als 10 Stunden Fahrzeit sind sie auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von ungefähr 29 km/h gekommen. Gratulation!
Sonntag, 18.06.2023: Ungeplanter Ruhetage! Da der Regen sogar den Satellitenempfang stört sind die nächsten Folgen unserer DVD-Staffel dran. Die heutige Tour fällt somit flach. Nicht weiter schlimm, denn wir waren schon mal dort und haben sogar das Automuseum besucht. Damals war uns aber die Verbindung zum Göta Kanal nicht bewusst, obwohl wir sogar in einem Restaurant mit Hafenblick gegessen hatten.
Montag, 19.06.2023: Der Ruhetag hat natürlich Auswirkung auf den Tourenplan. Das Blatt aus dem Flyer mit der Strecke wird halbiert. Motala lassen wir wie bereits erwähnt ausfallen und wir fahren heute nach Berg.




Rein von der Entfernung ist es eine eher kleine Tour, aber die Sehenswürdigkeiten müssen fotografiert werden und das dauert… Wir befahren zum Beispiel zwei Aquädukte, der Kanal ist einfach an zwei Stellen untertunnelt worden. Die Galerie enthält einen Versuch dieses Phänomen mittels einer Panorama-Aufnahme zu erfassen. Für mich ist aber die Schleusenanlage in Berg die Hauptattraktion. Vom See Roxen aus müssen fast 30 Meter Höhenunterschied überwunden werden. Dazu hat man vor 200 Jahren sieben kleine Schleusen wie Treppen angeordnet. Hut ab! Dieser Balthazar von Platen wird nicht ohne Grund an jeder Schleuse hochgejubelt. Allerdings müssen natürlich auch die 58000 Soldaten lobend erwähnt werden. Die haben jahrelang gebuckelt um das Projekt zu stemmen. Auf der Strecke haben wir über 250 Aufnahmen gemacht.









Dienstag, 20.06.2023: Reisetag zur letzten Station der Göta Kanal Erkundung dem Stellplatz in Norsholm. Direkt am Kanal mit Schotterbelag und sogar ein Bistro für ein gutes Abendessen ist ganz in der Nähe.





Mittwoch, 21.06.2023: Auf zur letzten Kanal – Etappe. Die ersten Kilometer des Radweges sind echter MURKS! Ständig müssen wir uns eine passende Spur suchen. Der Weg ist nicht richtig verdichtet. Pferdehufe, Traktorreifen und Schlaglöcher machen uns das Radlerleben schwer. Volle Konzentration beim Fahren, aber trotzdem müssen Rücken und Hinterteil etliche Schläge abfangen.
Die Schleuse Hulta, als Übergang zum See Asplangen, entschädigt uns für die bisherigen Strapazen. Aus den Infobroschüren kann man entnehmen, dass kein Radweg am Ufer des Binnengewässers entlang führt. Es gibt zwei Möglichkeiten das geplante Ziel in Mem zu erreichen. Entweder mit dem Rad auf der normalen Straße einen großen Umweg fahren oder aber auf der Fahrradfähre den direkten Weg über den See nutzen.
Wir wählen den direkten Weg (Der ist auf dem Plan mit Pfeil markiert).




Der Bootsführer nimmt uns mit obwohl wir kein Bargeld haben um die Überfahrt zu bezahlen. In Schweden wird fast nur noch mit Kreditkarte gezahlt, daher ist der Geldbeutel leer. Auf der Nussschale fehlt verständlicherweise die passende Technik. Wir versprechen ihm die komplette Bezahlung auf dem Rückweg. Auf die Fähre passen bis zu vier Rädern mit entsprechendem Bedienpersonal und der Bootsführer mit seinem Hund. Wir binden die Räder an, ziehen die Schwimmwesten über und harren der Dinge die da kommen.




Wieder an Land haben wir knapp die Hälfte der Hinfahrt geschafft… Je nach Fahrtrichtung gesehen sind wir nach weiteren 17 Kilometern am Ende bzw. Anfang des Göta Kanals angekommen. Der Slätbaken ist ein langgezogener Fjörd der in die Ostsee mündet.








Das Bargeldproblem werden wir hier in Mem während der Mittagspause lösen. Der Plan ist: Wie gewohnt mit Karte zahlen aber den Betrag zu erhöhen um dann passendes Wechselgeld zu erhalten. Wieder einmal, typischer Fall von Denkste! In dem schmucken Restaurant kann man gut essen und natürlich mit Kreditkarte zahlen. Dort erklärt man uns aber, dass man nicht mit Bargeld arbeitet. Es sei sogar gesetzlich verboten. Bares bekommt man nur in der Bank oder am Automaten.








Die Suche beginnt! In Söderköping werden wir endlich fündig. Durch diese Verzögerung wird es zeitlich eng, aber wir schaffen es unser Versprechen einzulösen. Der Bootsmann freut sich uns wieder zu sehen und startet dann die letzte Überfahrt des Tages. Es wird eine schnelle Nummer, denn er liefert sich ein Wettrennen mit einem Sportboot. Offensichtlich hat sein Außenborder mehr Pferdestärken, denn wir erreichen die Anlegestelle als Erste. Es gibt keine Aufnahmen des Rennens denn der See war plötzlich voller Schlaglöcher….;-)
Die lange Tour auf dem Sattel hat Blessuren hinterlassen. Mal schauen ob wir morgen überhaupt aufs Rad und zur Sightseeing nach Norrköping fahren wollen. Das wird nach dem Frühstück entschieden.
Donnerstag, 22.06.2023: Mitten in der Nacht wird es richtig ungemütlich und wir müssen raus um Markise und Campingmöbel vor dem Wind in Sicherheit zu bringen. Bis zum Frühstück tritt keine Änderung ein. Sightseeing in Norrköping fällt aus. Wir haben keine Lust durch die starken Böen vom Rad geweht zu werden. Außerdem dient die Pause auch zur körperlichen Rekonvaleszenz. Die gewonnene Zeit wird nicht nur zu einem ausgiebigen Frühstück sondern auch zur Zusammenfassung unserer Göta Kanal Unternehmung genutzt:

Das Höhenprofil aus einer Infobroschüre dient zur Kennzeichnung unserer einzelnen Etappen. Die roten Pfeile deuten auf die Städte in denen wir uns mit Pompui eingerichtet haben. Die blauen Pfeile kennzeichnen Start und Ziel der Radetappen:
Die Etappe Sjötorp – Tåtorp ist mit etwa 92 Kilometer die längste aber auch staubigste Strecke.
Die beiden Seen Viken und Vättern umfahren wir und mieten uns in Borensberg ein. Die geplante Tour Borensberg – Motala fällt leider ins Wasser. Borensberg – Berg – Borensberg wird mit knapp 40 Kilometer die kürzeste Tour. Allerdings so beeindruckend, dass hier die meisten Bildaufnahmen entstanden sind.
Dann wieder der Stellplatzwechsel nach Norsholm.
Die Tour von hier über Söderköping nach Mem ist 54 Kilometer lang. Aufgrund der schlechten Beschaffenheit der Wege mit Abstand die schwierigste Fahrt.
Unser Fazit:
Aus der „Schnapsidee“, entstanden im Legoland Billund, ist eine richtig gute Unternehmung geworden. Mal schauen ob wir eine Wiederholung mit besser gedämpften Rädern hinbekommen….
Maaraue
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Odenwald
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Staedly
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Test-Text-Stadly
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William
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