Mal sehen was das Jahr bringt…
Corona bleibt wohl weiterhin das Thema Nummer Eins. Für uns gibt es aber noch ein anderes wichtiges Thema. Das vorweihnachtliche Gewicht muss wieder hergestellt werden! Mit Sport und regelmäßigen Obsttagen wollen wir den Kampf gegen die Pfunde bzw. Kilo gewinnen. Elli versucht sich an der Challenge 2022, also in diesem Jahr 2022 Kilometer zu laufen. Ich bleibe weiterhin beim Radfahren. Elli muss diesen Plan wohl abhaken, denn zu Beginn des Jahres kommen langwierige Krankheiten und eine Operation dazwischen. Diesen Trainingsausfall kann sie nicht mehr aufholen.
Meine erste Ausfahrt
Im März geht es los mit einer Solo-Tour die mich nach Weilimdorf auf den Lotterberg, genannt „Grüner Heiner“ führt. Von dort nach Gerlingen über die Panoramastraße zur Schillerhöhe und rüber zum Schloss Solitude.






Zwei mehrtägige Touren sind bereits in Komoot geplant und gespeichert. Mal schauen was draus wird. Ist ja alles abhängig von der körperlichen Verfassung.
Handwerk mit blutigem Boden
Ach ja da ist auch noch der Auftrag zur Renovierung von Küche und Toilette in Zuffenhausen. Kleinere Unfälle sind bei mir immer vorprogrammiert. Dieses Mal war die Messung der Wandnische nicht genau genug. Die Breite des Schrankes musste angepasst werden. Leider ist der Schnitt an der Klappe nicht wirklich gerade geworden… Die Arbeitsplatte ist aus Leimholz und vier Zentimeter stark. Zuviel Holz auf einmal für die Stichsäge. Der Versuch mit der Handkreissäge hat eine hässliche Kerbe zur Folge. Die Idee mit dem Bohrer den Ausschnitt für Spüle und Herdplatte zu perforieren und dann mit der Stichsäge nachzuarbeiten hat funktioniert. Leider kommt es beim Bohren zu einem schmerzhaften Zwischenfall. Der Handschuh wickelt sich um den Bohrer und ….



Lindau am Bodensee
Elli hat mich auf die Idee gebracht und jetzt habe ich mein Basislager in Lindau aufgeschlagen. Von hier aus sind die nachfolgenden Solo Touren entstanden.
Unterwegs im Allgäu
Zum Start der Woche wird die schwierige Tour angegangen. Aus den verschiedenen Karten und Infobroschüren habe ich mir handschriftlich eine Liste mit den Orten angelegt, die ich anfahren möchte. Diese Liste ist bereits beim ersten Wegweiser überholt. Kein Hinweis auf den Bodensee/Königssee-Radweg, ganz zu schweigen von der Allgäuer Käsestraße. Die grünen Schilder bringen mich aber sicher und ohne Umwege nach Wangen. Für das Training im Winter hatte ich mir gute Shimano Radfahrschuhe mit Klick geleistet. das hat auf der Rolle auch prima funktioniert. Bei den ersten Outdoor Fahrten hat es mich mehrfach hingehauen weil ich nicht rechtzeitig aus den Klickpedalen gekommen bin…. Für die Touren am und um den Bodensee habe ich die Klickrasten von den Schuhen genommen und nutze sie jetzt nicht nur als Radschuhe sondern auch für die Besichtigungen während der Tour. In Wangen bin ich ziemlich lange unterwegs. Das ist ein schmuckes Städtchen. Hier werde ich vermutlich auch noch einmal mit Elli herkommen. Meine Liste ist inzwischen nicht mehr so interessant, denn in Wangen bekomme ich auch die Richtung nach Isny gezeigt.













Der Weg nach Isny führt hoch hinauf am Schloß Syrgenstein vorbei. Beim Hinweis auf die Steigung von 15% bin ich guter Dinge und stemme mich noch fester in die Pedale, aber den Anstieg zum Schloß schaffe ich dann doch nicht mehr…. Pause auf der Höhe zum Luft holen und zum Panorama bestaunen. In Isny finde ich einen speziellen Fahrradparkplatz vorm Wassertor. Ganz kurze Visite in der Altstadt, aber ich habe das Gefühl schon mal hier gewesen zu sein und nach der ersten Niederlage am Berg bin ich auch nicht in Stimmung für Stadtbesichtigungen. Das Rad steht direkt unter dem Schilderbaum, aber ganz ehrlich, das sind schon wieder zu viele Informationen…. Die blaue Plakette zur Kennzeichnung der „Radrunde Allgäu“ würde mich ja auf den Weg bringen, aber beide Wege führen nach Wangen. Völlig verwirrt nehme ich die Richtung Wangen – Marktplatz.






Das bringt mich zur ersten Baustelle in der Innenstadt. Von einer Sperrung komme ich zur nächsten und nach drei Runden habe ich die Schnauze voll…. Komoot muss das richten. Die Fahrt nach Isny ist nur aufgezeichnet, jetzt brauch ich das NAVI. Aber auch das verzweifelt an den Baustellen im Stadtkern. Der erste Versuch einfach mal in Richtung Vorort bringt mich zwar raus, aber total ab vom Kurs. Jetzt kann ich doch den Notizzettel zu Rate ziehen , gebe als nächstes Ziel den Ort Grünenbach und lasse mich von Komoot navigieren. Noch ein paar Ehrenrunden mehr durch Isny, aber dann finde ich doch die richtige Abzweigung. Die Umwege haben natürlich auch wieder etwas gutes, denn dadurch kann ich mich bei REWE nochmal verpflegen. Für weitere Dokumentationen der Rückfahrt habe ich keinen Nerv mehr. Daher nur die Screenshots der vier aufgezeichneten Etappen aus Komoot. Ich vertraue auf meine Handy-App und verkünde stolz, dass ich insgesamt fünf Stunden und 25 Minuten auf dem Rad gesessen bin. In dieser Zeit habe ich knapp 104 Kilometer zurück gelegt.




Im Hafen von Friedrichshafen
Für heute nehme ich mir die Fahrt auf dem Bodensee-Radweg bis nach Uhldingen-Mühlhofen vor. Dort möchte ich mir das Auto & Traktor Museum sowie die Pfahlbauten anschauen. Der rechte Fußsohle fühlt sich total verkrampft an und schmerzt beim Aufstehen. Nach dem Gang zum Duschen wird es besser. Vielleicht habe ich die Radschuhe etwas zu fest gebunden? Heute wird es ruhiger und deshalb nehme ich meine Joggingschuhe. Die sind mit einem orthopädischen Fußbett gepimpt und für die Besichtigungen besser geeignet. Die Strecke ist klar, zur Vorsicht nehme ich die Radwanderkarte „Bodensee und Umgebung“ mit. Komoot werde ich heute nur zur Aufzeichnung der Fahrtstrecke nutzen! Die ersten Kilometer bis an den Bodensee erinnern mich kurz an die gestrigen Strapazen, aber ab Wasserburg geht es gemütlich am Seeufer entlang. In Friedrichshafen, das sind so ungefähr 30 Kilometer Strecke von Lindau aus, mache ich Pause. Das zweite Frühstück hole ich mir beim Bäcker Ulmer in der Fußgängerzone. Käsebaguette mit Apfelschorle und zum Nachtisch eine richtig gute Nussecke. Jetzt bin ich bereit für den Hafenrundgang. Der Aussichtsturm ist neu und muss natürlich erklommen werden. Es gelingen ein paar Aufnahmen bevor ich bemerke, dass sich das Metallgerüst leicht bewegt. Es gibt Leute die können da noch lachen, ich muss schnell runter…. Wieder auf festem Boden erkenne ich an den Informationen der Radwegtafeln, dass ich mich wohl etwas verschätzt habe. Bis Uhldingen sind es nochmal etwa 30 km. Hin und zurück etwa 120 Kilometer sind nicht mein Vorstellung von „ruhig angehen“…. Planänderung! Auf dem gleichen Weg zurück ist nicht mein Ding, daher folge ich den Tafeln bis nach Tettnang um dann von dort den Kreis zum GITZ zu schließen. Klingt in der Theorie ganz gut. In der Praxis muss ich ganz schön nach Tettnang hochkraxeln und natürlich zwischendrin schieben… Von wegen „ruhiger angehen“! Das letzte Panoramabild nehme ich am Ortsausgang von Tettnang auf. Der Schiebevorgang bis zu diesem Punkt hat mich zwar wieder etwas frustriert, aber eigentlich bin ich noch in guter Verfassung. Zwei krasse Anstiege und eine Ehrenrunde durch die Obstplantagen später freue ich mich über die Abzweigung nach Kressbronn und rolle lieber wieder nach unten auf Seeniveau bis nach Lindau. Für den Anstieg zum GITZ habe ich dann noch zwei oder drei Körner aufgespart….














Am Ende sind es dann doch wieder knapp 70 Kilometer auf der Berg- und Talbahn geworden. Für morgen verordne ich mir einen Ruhetag. Schwimmen und rumgammeln für das körperliche Wohlsein….
Komoot ist unerbittlich. Die blauen Knoten bei Friedrichshafen und Tettnang zeigen sehr deutlich die Ehrenrunden auf.
Ruhetag
Der Ruhetag beginnt mit einem Unwetter in der Nacht und die Dachluken sind offen. Es gibt schon mal eine Verzögerung bis ich wach werde. Dann komme ich einfach nicht vom Fleck weil der rechte Fuß komplett streikt. Die Schmerzen beim Auftreten ziehen von der Fußsohle bis ins Knie. Auf dem Tisch unter der großen Luke hat sich inzwischen eine Pfütze gebildet und das Reisetagebuch schwimmt darin…. Den Tage nutze ich somit zur „Fußpflege“ und zum trocken legen der Buchseiten.
Natur pur am Rhein Delta
Der Ruhetag hat dem Fuß gut getan und die Buchseiten liegen auf dem Trockenen. Die heutige Tour geht zu den Mündungsarmen des Rheins. Ich stehe alleine auf dem Rheindamm und bin verblüfft wie ruhig es hier ist. Sandhügel mit schwarzen Punkten entpuppen sich im Zoom als Rastplätze für Federvieh. Die Mündung zeigt sich zweifarbig. Das einfließende Wasser bringt wohl Sand mit in den See. Das Ufer ist menschenleer und ist sich scheinbar selbst überlassen. Auf dem Rückweg nehme ich die Abzweigung zum Lagunen-Rundweg.








An der Spitze des Damms stehend probiere ich nochmal die Panoramafunktion meiner Kamera aus:





Der Rundweg durch die Lagune verstärkt den Eindruck, dass man hier eine Art Biotop angelegt hat. Die Natur wird es schon richten. Ich bin begeistert.




Auf dem Rückweg nehme ich mir Zeit fürs Fotografieren. Der Bodensee-Radweg ist gut gekennzeichnet und dadurch auch für blinde Fährtenleser wie mich perfekt befahrbar…. Auch an der Bregenzerach wird in Zukunft mehr auf die Natur gehört. Vorbei an diesem Bauvorhaben bin ich dann auch bald in Bregenz.












Nächster Haltepunkt ist die Seebühne. Dort wird in diesem Jahr Madame Butterfly gespielt. Eine Infotafel vor der Bühne erzählt, dass sich der Bühnenbildner von der japanischen Papierkunst inspirieren ließ. Er hat ein zerknittertes Blatt entworfen das auf den See geworfen scheint. Die Uferpromenade ist teilweise zweckentfremdet für die Aktion „stadtlesen“ hat man Leseecken eingerichtet, gefüllte Bücherregale aufgestellt und sogar Hängematten stehen den Lesern zur Verfügung. Auf dem Weg nach Lindau noch ein Blick zurück auf die Stadt und die Seebühne.






Komoot hat fleißig aufgezeichnet. Während der Pausen wird die Aufzeichnung gestoppt und bei der Weiterfahrt wieder gestartet. Nur in Bregenz habe ich nach der Besichtigung der Seebühne nicht ans starten gedacht. Erst in Lindau auf der Insel fällt es mir auf weil ich vorm Eissalon auf Pause drücken will. Nicht schlimm, ich lasse mir das Spaghettieis to go schmecken und starte auf der Brücke nach Lindau neu. Die Rückfahrt von Bregenz nach Lindau wird dann eben als Vogelflug dargestellt. Insgesamt sind es wieder 60 Kilometer geworden. Für die Fahrt habe ich wieder die Radschuhe angezogen und nicht ganz so fest geschnürt. Mal schauen wie der Fuß morgen früh reagiert.
Leider verfolgen mich die Schmerzen im Fuß immer noch. Nach zehn Tagen Pause fahre ich zwei kleine Runden von je 24 Kilometer. Danach meldet sich die Fußsohle wieder und das Ziehen geht bis ins Knie hoch. Es bleibt nix übrig, ich werd wohl zum Doc gehen müssen. Die geplante Odenwaldtour wird auch nochmal verschoben….

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