Unser Schneckenhaus

Menü

Zum Inhalt springen
  • Start
  • Über uns
  • Die Touren
  • Kontakt

Sonst so – 2022 – 2

Odenwald-Radtour

vom 05.09.2022 bis 12.09.2022

Die Tour muss vorbereitet werden. Zunächst montiere ich die Schutzbleche und den Gepäckträger. Bei der ersten Trainingstour werden die leeren Taschen noch positioniert um dann bei den nächsten Trainingsfahrten nach und nach gefüllt zu werden. Irgendwie muss man sich an die geänderten Fahreigenschaften gewöhnen.

Die letzte Ausbaustufe des roten Renners, der so gar nicht mehr für Rennen geeignet ist, wird nebenstehend dokumentiert. Die Taschen sind bis zum Rand gefüllt. Alles zusammen wiegt die schwarze Zusatzausstattung knappe 30 Kilo. Das wird beim Auf- und Absteigen zum Balanceakt zumal ich keinen passenden Fahrradständer gefunden habe. Um das Rad sicher abstellen zu können muss ich eigentlich vorher eine passende Stütze, wie einen Pfosten oder eine Mauer, anfahren.


Montag, 05.09.2022:

Die erste Etappe führt auf flacher Strecke nach Heilbronn und ist daher genau richtig zur Eingewöhnung. Zumal die ersten 25 Kilometer zu meiner Hausstrecke gehören. Nach Benningen wird es auch für mich neu und das muss dokumentiert werden:

Über Pleidelsheim, Hessigheim und Besigheim komme ich nach Neckarwestheim.

Der Radweg zwischen Neckarwestheim und Lauffen wird gerade ausgebaut. Die fertig gestellte Teilstrecke ist richtig gut gelungen. Eine der nächsten Tagestouren führt mich nochmal hierher um das Ergebnis zu begutachten.

In Heilbronn sind die ersten 70 Kilometer, wie vorgeplant, geschafft. Zur Übernachtung miete ich mich in der Heilbronner Pension ein. Die haben dort keine Rezeption sondern einen Automaten neben dem Eingang. Sobald der Zimmerpreis mit der Kreditkarte bezahlt ist kommt der Zimmerschlüssel in Form einer Scheckkarte heraus. Das Zimmer ist im Erdgeschoß und ich kann den Renner mit ins Zimmer nehmen. Die Dusche weckt die Lebensgeister und dann spüre ich das berüchtigte Loch im Bauch. Es folgt eine Spaziergang durch die Innenstadt und ein kleiner Einkauf bei REWE.

Ein Versäumnis ist mir aufgefallen, Messer, Gabel und Löffel hab ich vergessen. Das praktisches Campingbesteck liegt in der Schublade von Pompui. 😦


Dienstag, 06.09.2022:

Frühstück ist nicht! Ein Cafe Crema aus dem Automaten und eine Quarkspeise, die vom gestrigen Einkauf übrig ist. Das hole ich auf der Strecke nach. Aber entweder führt der Radweg an den Ortschaften vorbei oder aber bei der Durchfahrt kann ich keinen Bäcker entdecken. Dennoch läuft die Etappe wie geschmiert, eine Trinkflasche und zwei Pfirsiche später habe ich das Etappenziel Eberbach schon erreicht. Dort ist mir das Glück hold. Der Bäcker bietet auch um 12:30 Uhr noch ein Frühstück an. Die von mir ausgesuchten Übernachtungsmöglichkeiten erweisen sich als Fehlschlag. Die Pension gibt es nicht mehr und das Gasthaus hat Dienstag Ruhetag.

Dann gönn ich mir eben das Hotel zum Karpfen in der Innenstadt. Heute leiste ich mir ein Abendessen beim Italiener in der Nachbarschaft. Sogar mit Vorspeise. Danach brauche ich allerdings einen Verdauungsspaziergang. So direkt am Neckar gelegen, mit einer sehenswerten Innenstadt weg von der Hauptstraße, macht Eberbach einen guten Eindruck. Da kommen wir nochmal mit Pompui her und starten gemütlichere Radtouren von hier aus.

Kurz vorm Einschlafen zappe ich nochmal rum und sehe Mirja Boes wie sie sich gerade über die Männer in der Midlife Crisis lustig macht. Sie beschreibt die in enge Radlerhosen und Shirts gepressten Herren auf ihren Rennrädern. Besonders lustig findet sie wenn die auch noch mit Klickpedalen unterwegs sind. Es ist für sie zum weglachen wenn es die Jungs nicht schaffen den Fuß aus der Halterung zu bekommen bevor sie seitlich auf dem Beton aufschlagen…. Ich nehme an Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind durchaus gewollt…. Bei mir war rechts die bevorzugte Seite. Die Blessuren an Knie und Oberschenkel sind längst verheilt und die Klickschuhe werden nur noch beim „Indoor-Cycling“ auf dem Heimtrainer benutzt….


Mittwoch, 07.09.2022:

Der Regen hört pünktlich zum Frühstück auf und das Puzzle mit den Satteltaschen kann ich gemütlich vor der Besucherbank des Hotels lösen. Von Eberbach bis Hirschhorn geht es noch gemütlich am Neckar entlang.

Nach der Brücke geht es weg vom Neckar und gehörig bergauf. Die erste „Schiebestrecke“ bis kurz vor Kortelshütte fordert mich schon ziemlich. Kurze Pause an der Bushaltestelle zum Kräftesammeln für den noch intensiveren „Aufstieg“ entlang der Hochstraße, die ihrem Namen alle Ehre macht. Laut Komoot habe ich eine Steigung von bis zu 12 Prozent hinter mich gebracht. Das ist aber nicht alles, denn der rote Renner hat mit seinen 30 Kilo Eigengewicht ganz gehörig in die entgegengesetzte Richtung gezogen….

Oben angekommen wird es endlich wieder flach. Dann beginnt vor Beerfelden die erholsame Abfahrt bis Hetzbach zum Mümlingtalradweg. Kurz nach Hetzbach führt mich ein Fehler in der Kommunikation mit dem NAVI zum Eisenbahn-Viadukt. Mit „Bitte umkehren“ macht sich das NAVI bemerkbar. Ich mache zunächst eine Pause und ein paar Aufnahmen.

Für den nächsten Halt ist Erbach im Odenwald vorgesehen. Nach dem „Vesper“ am Marktplatz geht es auf direktem Weg nach Höchst.


Donnerstag, 08.09.2022:

Es geht weiter an den Main. Natürlich steht da erstmal ein Berg im Weg! Es geht hoch zur Burg Breuberg. Die letzten 600 Meter bis zum Parkplatz der Burg schaff ich nicht. Zum Ersten bin ich schon wieder fertig vom Schieben wie das erste Bild dokumentiert. Zum Anderen ist das Wetter nicht für eine Besichtigung geeignet. Lieber von der anderen Seite und von unten ein Blick zurück zur Burg.

Ich erhole mich einigermaßen und bin fit genug um mit einem Flusskreuzfahrtschiff ein Wettrennen zu veranstalten. Ich will es unbedingt in ganzer Größe fotografieren und muss es daher überholen.

Danach kommen noch etwa 15 entspannte Kilometer bis Dorfprozelten.

Für die Übernachtung ist entweder der Gasthof „Zur goldenen Krone“ in Dorfprozelten oder die Pension „Haus Erika“ in Stadtprozelten vorgesehen. Der Gasthof bietet sich auf der Infotafel an und gewinnt, weil das Haus Erika immerhin noch drei Kilometer entfernt ist…. Zimmer beziehen, den Inhalt der Satteltaschen auf dem Boden verteilen. Nach der Dusche noch ein Spaziergang an den Main und ein Gedeck der besonderen Art. Auf der Werbetafel des Biergarten steht einfach „Klatsch für 3,90€“.

Zum Abendessen gibt es, wie es sich für Radsportler gehört, ein Nudelgericht. Meine Gemüsepfanne von gestern hat nicht lange vorgehalten. Vermutlich der Grund für meine etwas schlechtere Verfassung heute. Mit den Nudeln kann es morgen nur besser werden.

Vorm Essen noch die traurige Nachricht auf allen Kanälen:

Queen Elisabeth II. ist verstorben!


Freitag, 09.09.2022:

Weiter geht es am Main entlang bis zur ersten Proviantaufnahme in Wertheim. Wir kennen die Stadt bisher nur in Bezug auf „Wertheim City“ und der „Erwin-Hymer-World“. Wir hätten damals lieber vom Campingplatz nach rechts statt nach links abbiegen sollen. Wäre billiger und auch sehenswerter gewesen.

Auf dem Weg nach Tauberbischofsheim treffe ich eine lustige Radlergruppe. Zunächst bin ich genervt, weil sie sehr langsam vor mir her fahren. Ein Wunder, dass die bei dieser Geschwindigkeit nicht einfach umfallen. In Camburg mache ich Pause und die „Langsamtreter“ gesellen sich zu mir. Es wird ein lustige Unterhaltung mit richtig coolen Amerikanern die offensichtlich auf Rädern von Austria Reisen unterwegs sind. Sie erzählen, dass sie bis Wien fahren wollen. In diesem Tempo sind die noch Wochen unterwegs. Ich hoffe mal sie werden am Nachmittag vom Bus abgeholt und zum nächsten Etappenziel gefahren.

Für die Übernachtung in Tauberbischofsheim fahre ich die Pension Stein an. Dort gibt es tatsächlich ein Zimmer für mich. Die Satteltaschen schleppe ich in den ersten Stock und das Rad kommt in die Garage. Der Waschraum der Pension ist auch im ersten Stock und ich darf tatsächlich meine verschwitzten Radklamotten abgeben und die nette Angestellte packt alles in die Waschmaschine. Eine Stunde später verteile ich die gut riechende Wäsche im Zimmer.

Nach der Wäsche habe ich noch Zeit für einen Rundgang durch die Stadt. Fürs Abendessen gibt es Sushi von REWE.


Samstag, 10.09.2022:

Das Frühstück gibt es in den „Zwingerstuben“ im Erdgeschoß des Hauses. Ich versuche eine gute Grundlage zu schaffen, denn laut Komoot wird es eine schwere Etappe. Allerdings sind die Körner des Frühstückes bereits in Walldürn verbraucht. Zwei „Schiebereien“ und der Herbstregen drücken ziemlich aufs Gemüt. Das einzig positive an Walldürn ist für mich der Geldautomat der Sparkasse, denn mein letztes Bargeld habe ich bei der Pension Stein ausgegeben…. Wegen des ungemütlichen Wetters bringe ich die Strecke so schnell wie möglich hinter mich. Dabei rückt auch die fotografische Dokumentation sehr stark in den Hintergrund. Lediglich ein Modell der Ariane erweckt kurz meine spezielle Aufmerksamkeit. Endlich in Osterburken angekommen suche ich zunächst in der Innenstadt nach einer Unterkunft. Leider ohne Ergebnis. Es bleibt nur das Hotel Märchenwald und das liegt, mal wieder, auf dem Berg. Die Route dahin wird von Google Maps als „moderate Steigung“ beschrieben. Das ist offensichtlich eines der hier erzählten Märchen, ich würde die Strecke eher als „sauschwer“ bezeichnen. Das gut ausgestattete Zimmer und ein hervorragendes Abendessen sind eine passende Entschädigung für diesen harten Tag.


Sonntag. 11.09.2022:

Laut Komoot wird auch diese Etappe wieder schwer. Nach dem ausgedehnten und reichhaltigem Frühstück geht es auf die vorletzte Etappe. Zunächst einmal bergab um dann auf der anderen Seite nach oben zu klettern. Bereits in Osterburken beginnt der Limespark und damit die erste „Schiebeeinheit“. Am Ende des Limespark bin ich dann auch endlich oben angelangt. Noch ein Blick zurück und schon jetzt die erste Trinkpause.

Die nächste bergauf Schiebeeinheit führt aus Leiberstadt raus. Mit viel Lärm und Dieselgeruch tuckern eine Horde Oldtimer-Traktoren an mir vorbei. Wären wir nicht mitten im Anstieg hätte ich den Ehrgeiz die Veteranen nicht überholen zu lassen, aber…. Man sieht sich immer zweimal! Oben angekommen ist die Gruppe zwar hinterm nächsten Hügel verschwunden aber nach ein paar Minuten auf flacheren Wegen habe ich sie wieder eingeholt. Überholen werde ich nicht, sonst schauen die mich am nächsten Berg wieder so mitleidig an wenn sie gemütlich auf dem Bock sitzend an mir vorbei tuckern…. In der Ortschaft trennen sich aber unsere Wege und ich verlasse auf der nächsten Anhöhe den Neckar-Odenwaldkreis. Auf dem Limes-Radweg kann es nur noch besser werden.

Denkste! Der Wellengang in den Straßen wird nicht besser. Einer langen und schnellen Abfahrt folgt ein ebenso langer Aufstieg im kleinsten Gang der Schaltung oder auch im Schritttempo. Bei einem dieser Aufstiege kommen nochmals einige Traktor-Veteranen vorbei. Das muss natürlich fotografisch festgehalten und nebenbei als willkommene Trinkpause genutzt werden.

Ein kurzer Stopp in Jagsthausen, da bin ich mal wieder unten. Der nächste Weg ist der schlimmste der bisherigen Tour. Zunächst stetig aber „moderat ansteigend“. Von der Jagst weg rauf nach Sindringen steigt der Level auf „ziemlich steil“. Aus Sindringen raus ist dann der Höhepunkt der Skala, nämlich „zum Kotzen“, erreicht. Die bis zu 15% Steigungen kommen in Wellen auf mich zu. Zunächst eine kleine Strecke im Sattel rollen lassen, danach eine kleine Strecke des Anstieges im Sattel und dann die längere Strecke zum Schieben. Die Wiederholungen sind ätzend! Das letzte 15% Schild muss natürlich bildlich festgehalten werden. Tatsächlich bleibt ein Auto stehen und fragt ob alles in Ordnung ist. Die haben meinen roten Renner gesehen, den ich ziemlich unsanft in den Graben geschoben habe und sie machen sich Sorgen ob da wohl der Radfahrer daneben liegt. Ich beruhige sie was meine Gesundheit angeht und sie muntern mich auf was die Steigungen angeht.

Tatsächlich geht es „gemütlicher“ weiter. Den Wellen sind die Spitzen genommen und ich kann die nächsten Strecken im Sattel meines „Red Porsche Killers“ bleiben. Zwischendrin noch ein Aussichtspunkt als Abschied vom Limes-Radweg. Die Beschaffenheit der Treppen und auch der Plattform ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber da ich das Rad im Blick habe muss ich es nicht abschließen 😉

Gedelsbach ist der Ort für eine Begegnung der besonderen Art. Der Besitzer des Anwesens am Ortseingang hat ganz besondere Wachposten aufgestellt.

Überhaupt sind die letzten Kilometer weniger anstrengend aber umso interessanter. Von den Wachposten in Gedelsbach aus geht es nochmal in den Wald und nach einer „moderaten Steigung“ bin ich ziemlich verwirrt als ich oben ankomme. Ich fahre auf einen ganz besonderen Wald zu.

Komplettes Durcheinander mitten im Wald und ein gutes Beispiel der deutschen Regelwut. Ich möchte eigentlich nach Ammertsweiler, diese Richtung wird im Schilderwald nicht angezeigt. Dann verlasse ich mich eben auf das NAVI. Ich wundere mich nur, dass an diesem abgelegenen Ort tatsächlich einige Fahrzeuge unterwegs sind. Die Antwort bekomme ich in Ammertsweiler. Da sind sie alle auf den Beinen und strömen in Richtung Sportplatz. Ein Hinweisschild zum Dorf-Flohmarkt macht mich neugierig und ich biege auch in Richtung Sportplatz ab. Dort erwartet mich das Highlight des Tages und alle Wellengänge der gefahrenen Kilometer sind vergessen….

Der Oldtimer-Club Grosserlach veranstaltet zusätzlich ein Treffen von Old- und Youngtimern. Anlass genug für mich von der „guten alten Zeit“ zu träumen…. Die Opel-Reihe zeigt Fahrzeuge die ich gefahren bin oder damals unbedingt fahren wollte. Sogar der Rekord meines Vaters ist dabei…. Die restliche Strecke nach Sulzbach ist nur noch ein Klacks. Im Sulzbacher Hof angekommen merke ich dann doch den Energieverlust im Laufe der Tour und mache es mir nach der Dusche auf dem Bett bequem. Keinerlei Ambitionen auf einen kleinen Stadtrundgang. Den verschlafe ich lieber im Zimmer. Nur für das wirklich gute Abendessen schleppe ich mich nochmals ins Erdgeschoß.


Montag, 12.09.2022:

Ein letztes Foto des roten Renners mit der schwarzen „Sonderausstattung“ vorm Sulzbacher Hof. Der bietet derzeit leider kein Frühstück an. Dann eben wieder der Versuch unterwegs einen Bäcker zu finden. Es passt nichts so richtig. Auch Backnang als letzte Frühstücksoption ist mir zu laut und hektisch. Irgendwie genervt fahr ich weiter. Es geht auch ohne! Letzte Schiebung bei Kilometer 20 rauf nach Erbstetten. Oben stärke ich mich mit Traubenzucker und dem letzten „Powerriegel“.

Ab hier bleibe ich im Sattel die eine oder andere moderate Steigung nehme ich in Kauf, denn der Neckar rückt immer näher. In Marbach geht es über die Brücke zurück auf den Neckartalradweg und ab da bin ich auf meiner Hausstrecke.

Die Zusammenfassung aus Komoot:

Erstelle eine Website oder ein Blog auf WordPress.com
  • Abonnieren Abonniert
    • Unser Schneckenhaus
    • Du hast bereits ein WordPress.com-Konto? Melde dich jetzt an.
    • Unser Schneckenhaus
    • Abonnieren Abonniert
    • Registrieren
    • Anmelden
    • Kurzlink kopieren
    • Melde diesen Inhalt
    • Beitrag im Reader lesen
    • Abonnements verwalten
    • Diese Leiste einklappen
 

Kommentare werden geladen …
 

Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.