Allgemeine Lage zu Jahresbeginn
Der Januar 2020 hat wirklich gut angefangen. Die Stadt Leer ist einer unserer Lieblingsorte geworden. Im Musical Dome zu Köln krönen wir die Tour zur Jahreswende mit der rockigen Version von Romeo und Julia. Na ja den abgefahrenen Seitenspiegel hätte man eigentlich auch als schlechtes Omen werten können….
Tatsächlich wird im Laufe des Januar eine neue Art der Lungenentzündung zur Epidemie in China erklärt. Im März hat dann die Krankheit einen Namen und die direkte Auswirkungen von Corona bekommen auch wir zu spüren. Eine geplante Weiterbildung beim LKA wird wegen eines Corona Verdachtes abgesagt. Ab da hat uns die Pandemie voll im Griff. Wo immer es möglich ist wird Homeoffice eingerichtet. Zu Hause richten wir ein Arbeitszimmer und zusätzlich eine „Arbeitsecke“ im Wohnzimmer ein. Sogar der Balkon wird für das Home Training umgebaut:




Zusätzlich wird angeregt auch das Stundenkonto und den Resturlaub abzubauen, Hauptsache die Ansteckungsgefahr ist gebannt. Ab Mai werden die Einschränkungen schrittweise gelockert. Ein Datum interessiert die WomoSapiens ganz besonders:
Campingplätze dürfen ab dem 18. Mai wieder öffnen.
Wir reagieren schnellstmöglich und wecken Pompui aus dem Winterschlaf.
verlängertes Wochenende in Oberammergau vom 10. bis 14. Juni 2020
Die für den 02. Mai geplante Ausfahrt zum 7. Hochzeits- und 60. Geburtstag musste aus den o.a. beschriebenen Gründen verschoben werden. Die Bestellung des dritten Gürtels ist dieses Mal zur Abholung aufgegeben worden. Die neuen Gürtel sind beim Graveur Hoffmann eingelagert und warten darauf abgestaubt zu werden. Die Campingplätze in Garmisch sind ausgebucht. Wir müssen weiter raus und finden einen Stellplatz beim Campingpark Oberammergau.




Der abendliche Spaziergang an der Ammer wird begleitet von den guten Wünschen der Oberammergauer Kinder.




Auf Anraten der Rezeption nehmen wir am nächsten Tag den Bus nach Garmisch. Den Plan mit der Radtour hat man uns glücklicherweise ausgeredet. Das wird uns während der Busfahrt schnell klar. Es geht in Serpentinen bergauf und bergab und es gibt keinen separaten Radweg. Wirklich kein Vergnügen bei dem regen Fahrzeugverkehr. Dafür machen wir aber zu Fuß einige Kilometer. Vom Kurpark aus geht es in Richtung Zugspitzbahn. Allerdings ist dann der Ortsausgang von Garmisch der Wendepunkt. Das Schild „Zugspitzbahn 10 km“ hat uns komplett frustriert, dann gehen wir doch lieber auf der anderen Seite der Loisach zurück. Nach einer Stärkung im Waffelhaus geht es wieder mit dem Bus zurück zum Platz.





Dort nehmen wir den neuen Gürtel in unsere Sammlung auf.




Den nächsten Tag verbringen wir in Oberammergau. Der ausgedehnte Spaziergang in die Innenstadt unterbrochen von einer Stippvisite im Museum und dem leider unbenutzten, leeren Passionsschauspielhaus. Die Passionsspiele finden alle zehn Jahre unter Mitwirkung der Bewohner statt. Corona hat den kompletten Spielplan torpediert und die Verschiebung auf das Jahr 2022 verursacht.






Wochenende am Reschensee 15. bis 21. Juli 2020
Elli ist für den Reschenseelauf angemeldet. Der steht wegen Corona lange auf der Kippe. Dann hat man die Einteilung in Gruppen und den Start im Pulk durch Einzelstarts im fünf Minuten Rhythmus ersetzt und in Verbindung mit der Einhaltung strikter Corona Regeln darf gestartet werden. Die Pause auf der Hinfahrt wird einsam. Die Raststätten sind geschlossen. Den Kaffee bekommen wir aus dem Automaten der Tankstelle. Den genießen wir zusammen mit den selbstgebackenen Muffins auf der leeren Terrasse der Raststätte.





Die Übernachtung in Oberammergau ist eingeplant. Bei der Abfahrt vor vier Wochen haben wir alles schön verpackt, nur das Kabel wurde vorm Stromkasten vergessen…. Die Suche unseres Kabels gestaltet sich nicht so einfach. Nach einer ausgiebigen Suche der ganzen Familie hat endlich die Tochter des Hauses die Aktion beendet. Ihr Vater hatte wohl im ersten Lager den berühmten Kühlschrankblick drauf….
Gut gelaunt und mit vollständigem Equipment geht es nach Südtirol, in die Region Vinschgau. Mit der Wahl Camping Thöni sind wir wieder sehr zufrieden. Ein gutes Basislager für die Vorhaben der nächsten Tage. Am ersten Tag eine kurze Radtour als kleine Trainingseinheit vorm Lauf. Den Ablauf des zweiten Tages bestimmt der Reschenseelauf.




Dann noch einmal eine ausgiebige Radtour um den See mit Abstechern in die Umgebung. Den Abschluss bildet eine Fahrt mit der Seilbahn auf die Haideralm und von dort wandern wir hinunter zum Schneckenhaus.






Die Schuhe haben dabei bewiesen, dass sie nicht kompatibel sind mit unseren Füßen…. Die landen gleich im Müll. Auf dem Heimweg finden wir ganz zufällig einen anderen See. Den Fernsteinsee unterhalb des gleichnamigen Schloss.



Sommertour nach Dänemark vom 20. August bis 16. September 2020

Wir starten Donnerstag nach der Arbeit. Nach der Übernachtung in Bad König treffen wir uns mit der herzallerliebsten Tante vor deren Haus in Höchst. Wir laden sie zum Frühstück ins Kaffeehaus Pompui ein. Danach geht es weiter in den Harz. Der Camping am Brocken in Elbingerode hält uns einen Stellplatz frei. Wir kommen mal wieder auf den letzten Drücker an.





Nach dem Frühstück am nächsten Morgen, Samstag, 22.08.2020, nach dem Frühstück erkunden wir die Umgebung zu Fuß. Das Naturfreibad sieht gar nicht schlecht aus, aber wir sind nicht auf schwimmen eingestellt. An der Rezeption finden wir den Flyer vom Eiscafe Fischer dem „Naschkätzchen“ und haben ein lohnendes Ziel. Wieder einmal Denkste! Die Stadt ist menschenleer. Alle Geschäfte sind samstags geschlossen. Lediglich die Tourist-Info ist noch besetzt. Dort besorgen wir uns eine Karte der Radwege um den Brocken, denn morgen wollen wir radeln. Die Tür zum „Naschkätzchen“ steht offen und tatsächlich bildet sich eine kleine Menschenmenge davor. Ein Paar steht vor uns an der Tür, in der eine Softeismaschine geparkt ist. Um die Ecke ist ein ein Mann dabei den Außenanstrich zu erneuern. „Einen Moment, ich komme gleich“ ruft er und stellt die Farbrolle weg. „Wenn ich schon hier bin kann ich auch ein wenig Eis verkaufen. Es gibt aber nur Softeis.“ Das Paar vor uns bestellt. Wir verzichten, denn das wahre Softeis gibt es nur in Dänemark und da wird man auch mit sauberen Händen bedient… Nach dem Frühstück nehmen wir noch einmal die Radkarte zur Hand und stimmen uns auf die Tour ein. Auf der Strecke bekommen wir natürlich wieder Orientierungsproblem, zumal die richtige Karte im Pompui gut aufgehoben ist. Einfach blöd wenn man die Falsche einpackt. Die Tour wird richtig toll bei herrlichem Wetter. Am Brocken kommen wir allerdings nicht an. Der bleibt uns noch als Hintergrund für die Bilder am Steinbruch.




Es geht weiter nach Dänemark. Kurz vor der Grenze, in Handewitt, wieder der obligatorische Verpflegungsstation im Scandinavian Park. Hier gibt es alles in Groß. Gummibärchen und Lakritz in Eimern, Schokolade in ein-Meter-Gebinden und Kinderschokolade in Männerportionen….




Einige Kilo schwerer bringt uns Pompui zum nächsten Halt dem Hafen von Vejle. Bei der Routenplanung hat das Bauwerk „The Wave“ unser Interesse geweckt. Sehr imposant und modern sieht auch das Fjordenhus auf der anderen Seite des Hafens aus. Der Zutritt ins Erdgeschoß ist frei und ermöglicht einen tollen Blick auf den Vejle Fjord.




Am Nachmittag kommen wir in Hirtshals an. Die Corona Bestimmungen Dänemarks verknüpfen die Einreise mit einer festen Buchung über sieben Tage. Aus diesem Grund haben wir schon vor der Abfahrt über das Internet eine Buchung beim Hirtshals Camping vom 25. August bis 03. September vorgenommen. Wieder einmal eine richtig gute Wahl. Diesen Eindruck bestätigt der abendliche Spaziergang vom nahegelegenen Strand zum kleinen Hafen.






Unverhofft kommt oft. Unsere Freunde aus Bornholm sind zur Zeit in Skagen. Sie beteiligen sich mit ihrer Nussschale an einem Projekt zur Überwachung der Thunfischschwärme in der Ostsee. Wir verabreden uns in Skagen denn sie sind nur mit einem alten Zirkus-LKW unterwegs den sie auf Schiffstransport umfunktioniert haben. Fahrräder und Campingmöbel ketten wir aneinander und fahren mit Pompui zur anderen Seite der Halbinsel. Das schlechte Wetter muss genutzt werden, denn ab morgen ist Besserung angekündigt und dann sind sie die nächsten Tage von früh bis spät auf See. Ach ja in der Folge werden immer mal wieder Beispiele meiner eigenen Zeitrechnung unter den Aufnahmen auftauchen. Der Countdown ist vom Büro ins Homeoffice gewandert und geht jetzt mit uns auf Reisen. Die Aufnahmen sind für die WhatsApp-Gruppe der Dienststelle bestimmt und sollen ganz gehässig auf mein endliches Leben als Polizeibeamter hinweisen….




Auch in den nächsten Tagen bleibt das Wetter wechselhaft und kühl. Wir nutzen die helleren, trockenen Momente für Spaziergänge und kleinere Radtouren. Es ergibt sich immer wieder die Gelegenheit die tolle Aussicht von unserem Stellplatz aus zu genießen.







Der Sonntag, 30.08.2020, macht dann endlich wieder seinem Namen alle Ehre. Kaiserwetter!! Wir nehmen dieses Mal eine längere Strecke unter die Räder. Die Strecke nach Løkken dient der Gewöhnung an das tolle Wetter und zum Strecke machen, denn der Ort ist uns bereits von der Tour im Jahr 2011 bekannt. Damals und auch heute wundern wir uns wieder über die Tatsache, dass ganz Mutige ihre Fahrzeuge mit auf den Strand nehmen. Für den Rückweg suchen wir uns die Fahrradroute 1 aus. Das ist der Westküstenradweg und entpuppt sich auch für uns „Ausnahmetalente“ in Sachen Orientierung als gut ausgeschildert. Die Strecke selbst verläuft weg von den Hauptstraßen und führt uns an einigen sehenswerten Orten vorbei. Ganz besonders hat uns Rudbjerg Knude beeindruckt. Mitten im Grün erhebt sich eine riesige Wanderdüne und darauf thront ein etwas in die Jahre, nicht aktiver, Leuchtturm. Der Sandberg lockt nicht nur uns an, sondern ist eine Touristenattraktion was die „Spuren im Sand“ verdeutlichen. Wir lassen uns dieses Phänomen natürlich auch nicht entgehen und besteigen das sandige Gebirge….





Der Westküstenradweg führt auch direkt durch eine Naturschule. Plötzlich steht da ein Haus im Weg und wir umrunden es mehrfach bis wir die Hinweistafel auf den Radweg und damit auch die „Einfahrt“ zur Schule finden. Die Installationen sehen sehr interessant aus und scheinen sich mit Flora und Fauna der Küste zu befassen. Leider nur in dänisch und das Wörterbuch hat nicht mehr in den Rucksack gepasst. Wieder zurück in Hirtshals können wir wieder einmal den Ausblick genießen bis die Sonne im Meer versinkt….







Den Montag nutzen wir zum Besuch des Nordsee Ozeanarium in Hirtshals. Der Plan an einem Arbeitstag die Ausstellung für uns alleine zu haben geht voll auf. Keinerlei Wartezeiten. Lediglich die eine oder andere Begegnung weil man sich nicht an die Corona Regel „Bitte den Pfeilen folgen“ oder auch „Bitte rechts gehen“ hält. Alles in allem sind wir in aller Ruhe auf der Anlage unterwegs. Für uns sehr angenehm, die Betreiber und Angestellten mögen da eine andere Meinung haben…. Abends wird gegrillt!







Den letzten Tag sind wir nochmal mit den Rädern unterwegs. Dabei sehen wir nicht nur sehr viel Gegend sondern finden auch einige besondere Kunstwerke am Straßenrand. Auch einige Familientreffen haben sich während unserer Vorbeifahrt ergeben….








Nach der langen Tour haben wir uns ein besonderes Abendessen im Hafen verdient.





Zurück am Platz bietet der Aussichtspunkt an der Klippe ein tolles Schauspiel. Der ansässige Oldtimer Club ist auf seiner abendlichen Ausfahrt und möchte bei uns den Sonnenuntergang genießen. Es sind wirklich richtige Schmuckstücke die da zur Schau gestellt werden. Mich hat natürlich der grüne Kadett besonders interessiert. Der Kadett B Baujahr 1971 war mein Erster! Besser kann man den schönen Aufenthalt in Hirtshals nicht krönen.









Der dritte September ist durchweg nass und kühl, typischer Reisetag eben. Wir haben vom letzten Jahr noch einen Rabattgutschein von Elite Camp. Den wollen wir in Skive einlösen, um dort 20% Rabatt zu ergattern. Doch zunächst schauen wir uns das Bunkermuseum in Hanstholm an. Der moderne Museumsbau ist auf einen Bunker errichtet worden. Nach dem Rundgang in der Ausstellung führt eine Treppe hinunter in den alten Bunker. Dort bekommt einen Einblick unter welchen Umständen man hier gelebt und gearbeitet hat. Wieder im Freien folgen wir mit der kleinen Bahn den alten Transportwegen und durchqueren dabei zwei weitere Bunker. In den Munitionsbunkern geht es noch enger zu deshalb sitzen wir auch hinter Schutzgittern, damit man sich an den sehr nahen Wänden ein Körperteil verletzt….
Skive empfängt uns wie wir in Hanstholm verabschiedet werden. Auf den Rundgang durch das Freigelände der alten Militäranlage verzichten wir wegen des Regens.







Der verfolgt uns leider bis Skive. Das Abendessen findet im Schneckenhaus statt. Der Rabattgutschein wurde auch nicht angenommen, denn der Skive Camping ist aus dem Elite Camp Verbund ausgeschieden. Wir haben noch den Lageplan von 2019 mit Skive. An der Rezeption zeigt man uns den Plan 2020 ohne Skive…. Dafür bekommen wir den Preis für die Nachsaison angerechnet. Auch nicht sooo schlecht. Beim Frühstück können wir dann aber endlich wieder die Sonne und den tollen Blick auf den Skive Fjord genießen. Den Trampelpfad zum Fjord nutzen wir für den Blick zurück zu unserem Schneckenhaus.




Auch der Fußweg am Fjord entlang bietet Sehenswertes. Im kleinen Hafen wird eigenwillige Architektur als Feriendomizil angeboten.






Von der Innenstadt bleibt nicht viel auf der Speicherkarte hängen. Das Skive Museum umgeben von einem Monument, ein Relief aus Backstein, einer imposanten Pflanze und einer unscheinbaren Kirche, von außen betrachtet….







Eigentlich sind wir von der Nordsee ins Landesinnere gefahren um eventuell dort eine Wetterbesserung zu erfahren. Das hat nicht ganz geklappt. Der Rabatt bei Elite Camp gilt noch und deshalb fahren wir zum Grenaa Strand Camping. Nebenbei testen wir auch das Wetter an der Ostsee… Der Sonntag, 06.09.2020, zeigt sich nicht sonnig. Dies untermauert natürlich unseren Entschluss zur Weiterreise. Wir sind heute sehr gemütlich unterwegs, langes Frühstück und fahren mit Tempomat wegen der Beschränkung auf 80 km/h auf Landstraßen. Der Campingplatz überrascht mit seiner Gestaltung. Alles ist im Seeräuberstil gehalten, auch in der Rezeption stehen entsprechende Figuren herum. Bei schlechtem Wetter kann man sogar Seeräuber-Minigolf spielen. Dazu muss man nur durch das riesige Haifischmaul nach hinten gehen.





Schnell einrichten und die Räder vom Träger nehmen. Wir nutzen das gute Wetter für eine kleine Erkundungsfahrt und landen im Privathafen von Grenaa. Hier liegen nicht nur einheimische Boote sondern es legen auch Touristen mit ihren Boliden an und mieten sich in den schmucken grauen Häusern ein. Natürlich ist uns das kleine Schmuckstück einige Aufnahmen wert. Dazu noch das eine oder andere Selfie und dann zurück zum Abendessen.






Die Fahrt zur Ostsee hat sich wirklich gelohnt. Das Wetter zeigt sich auch am nächsten morgen von seiner besten Seite. Nach dem Frühstück schauen wir uns den offensichtlichen Unterschied zur Nordsee genauer an. Zunächst ein paar Aufnahmen vom Platz. Ja stimmt die tolle Aussicht aufs Wasser von Hirtshals und Skive fehlt hier, aber man kann ja nicht alles haben. Am Strand sind wir wieder einmal verblüfft wie unterschiedlich die beiden Meere sind. An der Westküste herrscht eigentlich durchgehend raues Klima. An der Ostküste mutet alles ruhiger und sanfter an.






Das Wetter hält. Am nächsten Tag sind wir mit dem Rad unterwegs. Bei der Durchsicht einer Info-Broschüre entdecken wir die Werbung für den Munkholm Zoo. Das NAVI spricht von lockeren 20 Kilometern, das wird eine kleine Sporteinheit nach dem Frühstück. Denkste!! Der Gegenwind ist extrem und gefühlt fahren wir jeden Kilometer dreimal. Wir müssen unbedingt das Fahren im Windschatten perfektionieren. Ziemlich geschafft erreichen wir den Zoo. Schon auf der Zufahrt merken wir: Kein Wind!




In der Anlage ist es nicht nur windstill sondern auch sehr ruhig. Mit uns sind 10 Erwachsene und zwei Kinder unterwegs. Sechs Mitarbeiter sind mit Füttern und Instandhaltung beschäftigt. Da bleibt sicher nicht viel vom Eintrittsgeld hängen. Beim Verlassen des Zoo sehen wir doch tatsächlich ein „Til Salg“ Schild. Die Anlage soll wohl verkauft werden. Wer kauft sich denn einen Zoo? Für den Rückweg hoffen wir, dass sich der Gegenwind nun als Unterstützung von hinten erweist. Schon wieder Denkste! Jetzt kommt er hauptsächlich von der Seite und je nach Stärke des Windstoßes sind wir wie im Slalom unterwegs….
Mittwoch, 09. September:
Reisetag und schon wieder Regen. Dennoch sind wir froh gelaunt denn es geht endlich nach Billund. Die Vorfreude auf das Legoland ist ziemlich groß. Der Regen begleitet uns bis zum Campingplatz Legoland Holiday Village. Zunächst sind wir nicht sehr unternehmungslustig. Schnelles Einrichten im Regen, dann Kaffee und Kekse während wir uns zwei Folgen aus der Krimiserie „Lewis“ anschauen. In Oxford ist tatsächlich besseres Wetter…. Es ergibt sich dann doch noch die Gelegenheit für einen Spaziergang im Trockenen. Zunächst eine Runde auf dem Campingplatz. Der Bezug auf Lego ist hier deutlich sichtbar. Die einzelnen Bereiche sind an der Einfahrt mit entsprechenden Legofiguren gekennzeichnet. Unser haus mit den sanitären Anlagen ist im Wild-West-Stil dekoriert. Sogar an die Beschallung mit Country Musik ist gedacht. Nur blöde dass es nicht die Originalinterpreten sind und die Playlist nach einer gewissen Zeit von vorne beginnt. Auch die nähere Umgebung der Rezeption lässt klar erkennen wo wir sind.








Die lange Regenpause hat unseren Bewegungsdrang verstärkt und wir gehen einfach mal in Richtung City. Der Wegweiser zeigt uns zwei Möglichkeiten und wir wählen den Weg zum Skulpturenpark. Die Innenstadt selbst hat uns ziemlich enttäuscht. Bis auf das Lego House gibt es nichts spektakuläres zu sehen. Ganz entgegen unserer bisherigen Erfahrungen schließen hier die Läden schon um 17:30 Uhr. Lediglich der „Lavpris“, sowas wie der dänische Edeka hat offen.










Das Legoland hat von Freitag bis Montag geöffnet. Das bedeutet, wir haben noch einen Tag frei für die Erkundung von Billund. Nach dem Frühstück schauen wir ins Lalandia rein. Von außen ziemlich geheimnisvoll kann man lediglich erkennen, dass da wohl eine Rutsche installiert ist, die von innen kommt und außen ein paar kurven macht bevor sie wieder nach innen geht. Drinnen entpuppt sich die riesige Halle als Erlebniszentrum. Einige exklusive Läden, Spielhalle, Bowlingbahn, Restaurants, dem Aquadome, ein so genanntes Erlebnisbad mit der bereits erwähnten Rutsche und sogar ein Supermarkt. Da kommen wir heute zum Abendessen nochmal her. Es geht auf dem anderen Weg in die Innenstadt. Zunächst über einen Spielplatz mit einer kleinen Ausstellung von Sandskulpturen. Dann vorbei am Castle Hotel und dem heute noch geschlossenen Eingang des Legoland. Das Legoland Hotel wird sogar von einem Legodrachen beschützt. Lego baut eine neue Firmenzentrale und hat beim Hauptgebäude teilweise eigene Bausteine benutzt.







Billund sollte tatsächlich in Legolund oder wirklich gleich komplett in Legoland umbenannt werden. Allerdings ist dies unbedingt positiv zu werten, denn offensichtlich hat Lego keinerlei Ambitionen in Billiglohnländer abzuwandern. Das ist wirklich imponierend und ich bin gerne bereit ein paar EURO mehr für das Original zu bezahlen. Inzwischen haben wir eine kleine Lego Fahrzeug Ausstellung zuhause… Am Teddy Bären Museum kommen wir irgendwie zufällig vorbei. Eine Abkürzung durch die Hinterhöfe der noch aktuellen Firmenzentrale zum Lego House führt am Museum vorbei. Der Hinweis auf das Bären Kaffee im Inneren des Gebäudes hilft bei der Entscheidungsfindung.





Noch ein Blick in das Foyer des Lego House. Der überzeugt uns, dass es sich bestimmt lohnt auch hier mal reinzuschauen. Heute sind wir zu spät dran, aber Samstag sind wir ja auch noch hier. Dann gehen wir zurück zur ersten Anlaufstelle des Tages, dem Lalandia. Dort serviert man uns ein köstliches Abendessen.
Es ist überall spürbar, die Straßen sind voller, sogar die ersten Parkplätze sind schon voll belegt und vorm Eingang ist man beim Selfie nicht mehr alleine. Das Legoland hat geöffnet!
Die Anlage ist der Hit. Aufgrund von Corona sind einige Attraktion im Innenbereich und auch Fahrgeschäfte geschlossen aber das was draußen zu sehen ist genügt völlig. Wir sind ja Fans des Miniatur Wunderland in Hamburg die haben da schon unglaubliches geleistet. Die Außenanlage des Legoland steht dem in nichts nach. Teilweise bleibt einem die Spucke weg wenn man sieht wie gut die Originale nachgebaut sind. Man bedenke die bauen mit Legosteinen. Im Wunderland dagegen nutzt man 3D – Drucker, formbare Materialien und andere moderne Gerätschaften. Auch hier, genau wie für das Wunderland in Hamburg, gilt: Das muss man gesehen haben! Wir haben knapp 750 Fotos und 30 Videos aufgenommen. Wer soll das alles anschauen? Die Wirkung auf dem Bildschirm ist nicht vergleichbar mit der Livepräsentation. Daher gibt es hier nur ein paar Appetithappen. Wir fangen mit den Nachbauten von Hirtshals an. Ein paar Tage vorher sind wir zum dortigen Leuchtturmmuseum marschiert. Dann kommen wir nach Ribe, dort haben wir im letzten Jahr zu Weihnachten vor der stattlichen Kirche ein Selfie gemacht. Die nächste Installation hat uns für einen der nächsten Urlaube in Schweden inspiriert. Die Tour in Schweden 2018 reichte aus Mangel an Urlaubstagen nur für Südschweden. Wir sind nur bis Göteborg gekommen. In Billund haben wir nun erfahren, dass der hier aufgebaute Teilabschnitt zum Göta Kanal gehört. Der führt quer durch Schweden. Wenn alles gut läuft werden wir 2023 zur 400 Jahr Feier Göteborgs wieder nach Schweden reisen und dann am Göta Kanal entlang bis nach Stockholm. Eine kleine Bootsfahrt bringt uns relativ schnell zu berühmten internationalen Sehenswürdigkeiten.









Völlig geschafft machen wir uns kurz vor Feierabend auf den Rückweg. Jetzt verstehen wir auch die zwei Tage-Tickets. Wenn die Indoor Attraktionen und Fahrgeschäfte auch noch offen sind benötigt man tatsächlich zwei Tage um überall gewesen zu sein. Dafür haben wir uns für Samstag das Lego House vorgenommen….
Wir schlafen ziemlich lange, der Tag gestern hat doch ziemlich geschlaucht. Nach dem ausgedehnten Frühstück nehmen wir den letzten Programmpunkt in Angriff. Das Lego House „Home of the Brick“, das einfach beste Spielerlebnis. Der Name ist Programm. Die Geschichte des Legosteines wird im Keller des Gebäudes dargestellt. Hier finden wir auch das Spielzeug unserer Generation und das unserer Kinder. Die oberen Stockwerke beherbergen dann die aktuelle Welt der Steine. Hier gibt es für jede Themenwelt einen abgeteilten Bereich. Auf jeder dieser Ebenen gibt es Spielmöglichkeiten. Allerdings ist man auch hier durch die Coronaregeln eingeschränkt. Nach jeder Benutzung muss das Spielgerät desinfiziert oder gar getauscht werden und an die Spieltische dürfen nur eine vorbestimmte Anzahl von Personen, die anderen stehen an. Das hält mich davon ab den Pokal des FCB in geeigneter Art nachzubauen. Das Exemplar in der Auslage hat doch Luft nach oben, oder? Ich kann aber nicht spielen wenn mir die Wartenden ungeduldig auf die Finger schauen…. Aber auch ohne zu spielen kann man hier Stunden verbringen. Mit Kaffee und Kuchen wird dieser Programmpunkt abgeschlossen und wir bereiten uns auf die morgige Weiterfahrt vor.










Dieses Jahr Jahr führt uns zum zweiten Mal nach Ribe. Seit Januar ist die Großbaustelle an der Hauptstraße gewandert. Im fertigen Teil hat sich wohl ein Schnellimbiss etabliert. Der Parkplatz ist fast voll, was wir als Zeichen für gutes Essen interpretieren. In Billund sind wir relativ spät und ohne Frühstück weggekommen. Wir lassen uns vom Skovgrillen überraschen und gönnen uns ein frühes Mittagessen. Alles richtig gemacht! Jetzt ist es auch nicht mehr weit bis Rømø. Wir erreichen die Insel über den Rømø-Damm.



Zur Einstimmung eine kleine Radtour zum Städtchen Havneby, zum so genannten Sønderstrand bis zur Anlegestelle der Fähre nach Sylt. Rømø ist berühmt für seinen befahrbaren Sandstrand und das wird immer wieder zelebriert. Aus unserer Sicht ziemlich waghalsig, da halten wir uns vornehm zurück….
Der nächste Tag fängt ganz normal mit einem gemütlichen Frühstück an. Dann beginnt die Rundfahrt. Wir wollen zur anderen Seite der Insel und nutzen den Juve Strandvej. Allerdings nicht lange, denn wir sind in einer Art Sackgasse. Zunächst schieben wir die Räder am Sperrzaun entlang und hören auch immer anfliegende Düsenjets. In der Ferne sind zwei ziemlich militärisch aussehende Hochsitze zu erkennen. Zur Vorsicht nutzen wir ein Gatter in eine der Viehweiden. Wir hatten uns ja vorher schon mit ein paar zotteligen Rindern angefreundet. Die machen einen entspannten Eindruck und kümmern sich nicht weiter um uns.







Blöde nur und das merken wir erst später, dass wir in einem anderen Gatter sind. Wir stapfen Räder schiebend und auch manchmal tragend über die Salzwiese. Nach einiger Zeit bemerken etwas entfernt eine Gruppe von schwarzen Rindern. Die machen auch einen entspannten Eindruck. Manche sind beim grasen andere liegen gelangweilt rum und käuen wieder. Beim nächsten Blick zurück stehen sie alle und schauen ganz interessiert in unsere Richtung. Das hat noch nichts zu bedeuten. Wir gehen normal weiter und lassen uns nichts anmerken. Die sind ja auch noch knapp 100 Meter entfernt. Wir schauen uns aber trotzdem schon nach einer Fluchtmöglichkeit um. Dann setzen sich die Gruppe doch tatsächlich ganz gemächlich in Bewegung. Der Abstand verringert sich…. Was uns jetzt noch bleibt ist der Sprung über den Elektrozaun rechts von uns. Blöde das direkt dahinter ein Entwässerungsgraben verläuft. Zur Not springen wir halt in den Bach…. Bevor ich das erste Rad über den Zaun werfe entdeckt Elli einen weiteren Graben und unsere Rettung. Einen Steg mit größerem Abstand zwischen den Streben damit die Tiere nicht drüber gehen können. Das hoffen wir mal. Jetzt beeilen wir uns um ans andere Ende des Zaunes zu kommen. Tatsächlich endet der direkt an einem Bauernhof und es geht auf auf sicherem Untergrund weiter. Die Straße führt vom Bauernhof zu einer Aussichtsplattform. Hier hätten wir das Militärmanöver beobachten können sagt die Hinweistafel.




Durch das Fahren auf sicheren Wegen froh gestimmt setzen wir die Tour fort und erklimmen den höchsten Berg von Rømø. Immerhin sind das 19 Meter und die bringen auf dem flachen Land einen schönen Überblick. Durch mehrere Ferienhausgebiete kommen wir nach Lakolk. Das geschieht völlig unerwartet. Kurz vorher fahren wir noch im Wald stehen nach zweimal rechts abbiegen im vollen Touristentempel. Ein krasser Gegensatz und proppenvoll. Alles drängt in Richtung Strand. Das Militär sperrt die Zufahrt auf den breiten Sandstreifen. Wir stellen die Räder abseits des Getümmels ab und laufen zum Wasser. Inzwischen hat das Militär die Einfahrt freigegeben und die Abenteurer fetzen über den Strand.





Das Eis muss ich mir hart erarbeiten. Wir starten zur Rückfahrt und bemerken den Platten an Ellis rotem Renner. Die kurze Prüfung des Mantels ergibt, dass sich Elli wohl einen riesigen Dorn ins Hinterrad gefahren hat. Es gibt alle mögliche Läden hier, aber keiner kann uns mit Flickzeug dienen. Ich schwinge mich auf meinen Drahtesel und spurte die knapp 6 km im Rekordtempo um Pompui zu holen. Die Wartezeit für Elli musste ich so gering wie möglich halten, bei den Einkaufsmöglichkeiten die hier geboten werden. Tatsächlich ertappe ich sie im Sport Outlett. Insgesamt hat sie aber nur zwei T-Shirts gefunden 😉 Das Rad auf den Träger und nach dem Eis kommen wir wieder ganz neu am Campingplatz an. Während des Grillen hören wir lautes Motorengeräusch. Es klingt wie startende Propellerflugzeuge. Am nächsten Tag erfahren wir, dass eben an diesem Strand in Lakolk die Militärübung weiter ging und deren Transportflugzeuge dort gelandet und gestartet sind. Dieses Spektakel haben wir leider um zwei Stunden verpasst….




Tja das war es dann mit Dänemark. Wir verlassen Rømø wieder über den Straßendamm und dann ist es nur noch ein Katzensprung bis Handewitt. Dort halten wir am Skandinavian Park nicht nur zum Frühstück sondern hauptsächlich zum Auftanken in Sachen Diesel und Lebensmittel. Dieses Mal ist sogar was gesundes dabei. Es geht in großen Schritten gen Süden. Eine Halt an der Raststätte Harburger Berge kurz nach Hamburg und dann die Übernachtung in Hildesheim.




Da wären wir im Leben nicht drauf gekommen, aber Google schlägt den Wohnmobilstellplatz am Hohnsensee vor. Es wird eine Übernachtung mit Blick auf den See der nur einen kleinen Spaziergang von der Stadtmitte entfernt liegt.






Saisonende!

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